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Dokumentation

Snooker-Regeln

25. Dezember 2025 durch
Gert Pellin EZ, Gert Pellin

Spielverlauf

Die schwarze Kugel wird etwa 32 cm vor der oberen Bande (Top Cushion) auf den untersten Spot gelegt. Der blaue Spot liegt genau in der Mitte des Tisches. Der Spot, auf den die rosa Kugel gelegt wird, liegt zwischen dem blauen Spot und der Top Cushion.
Die fünfzehn roten Kugeln werden mit einem Hilfsmittel dicht an dicht zu einem Dreieck gelegt und so nah wie möglich unter die rosa Kugel gebracht, ohne diese zu berühren. In der Praxis legt der Schiedsrichter meist zuerst die roten Kugeln und erst zum Schluss die rosa Kugel auf ihren Spot. Am oberen Ende des Tisches verläuft eine Querlinie (Baulk Line) mit einem Halbkreis darauf (das D). Vom unteren Ende des Tisches aus gesehen liegt links auf dem Schnittpunkt von Linie und Halbkreis die gelbe Kugel, rechts die grüne und in der Mitte die braune.
Die weiße Kugel (der Cueball) darf vom anstoßenden Spieler an einer beliebigen Stelle im Halbkreis abgelegt werden. Mit diesem Cueball müssen die Kugeln in einer bestimmten Reihenfolge in die Taschen gespielt werden. Ein Spieler muss zuerst immer eine rote Kugel versenken. Gelingt ihm das, muss er eine farbige Kugel spielen, die er vor dem Stoß ansagt (das sogenannte „Callen“). In der Praxis geschieht das nur, wenn nicht sofort klar ist, auf welche Kugel er spielt. Wird auch die farbige Kugel versenkt, so wird sie auf ihren eigenen Spot zurückgelegt und der Spieler muss wieder auf eine rote Kugel spielen. Die roten Kugeln bleiben in den Taschen und werden also nicht auf den Tisch zurückgelegt, auch dann nicht, wenn sie regelwidrig versenkt wurden oder vom Tisch gesprungen sind. Für jede versenkte Kugel erhält der Spieler den Wert der Kugel (siehe unten) auf der Anzeigetafel gutgeschrieben.
Die Anzahl der Punkte, die ein Spieler nacheinander erzielt (also ohne eine Kugel zu verfehlen), heißt Break. Ist ein Break beendet — weil eine Kugel nicht versenkt oder ein Fehler gemacht wurde —, ist der Gegner an der Reihe, der ebenfalls wieder mit einer roten Kugel beginnen muss. So geht es weiter, bis die letzte rote Kugel versenkt ist. Der Spieler darf dann ein letztes Mal eine Farbe wählen, auf die er spielt. Versenkt er sie, wird die Kugel zurückgelegt und er darf weitermachen; andernfalls ist der Gegner an der Reihe. Nun werden alle farbigen Kugeln in der Reihenfolge ihres Wertes abgeräumt.
Die Reihenfolge ist (Wert in Klammern): Gelb (2) – Grün (3) – Braun (4) – Blau (5) – Rosa (6) – Schwarz (7).
Wer nach dem Versenken der letzten Kugel die meisten Punkte hat, gewinnt das Frame (ein einzelnes Spiel). Der Gegner kann auch früher aufgeben, wenn der Punkteabstand zu groß geworden ist und er den Gegner kaum noch zu Fehlern zwingen kann. Ein Frame ist beendet, wenn alle Kugeln versenkt sind, oder wenn nur noch Schwarz auf dem Tisch liegt, der Punkteabstand größer als sieben Punkte ist und der Spieler, der gerade an der Reihe wäre, nicht weiterspielen möchte, oder wenn bei nur noch schwarzer Kugel auf dem Tisch ein Fehler gemacht wird, oder wenn der Schiedsrichter jemandem das Frame aufgrund einer anderen Regel zuspricht.
Ein Match besteht aus einer vorher festgelegten Anzahl Frames. Es endet, sobald einer der Spieler die Mehrzahl der Frames gewonnen hat. Wird ein Match über 19 Frames gespielt (Best of 19), so ist es beendet, sobald einer der Spieler 10 Frames gewonnen hat. Große Matches werden häufig über mehrere Sessions von zum Beispiel 8 Frames verteilt.

Besonderheiten

Die Kugel, auf die gespielt wird (eine rote Kugel oder eine angesagte farbige Kugel), nennt man Ball-on. Der Spieler muss diesen Ball-on mit dem Cueball zuerst treffen, sonst folgen Strafpunkte. Kann der Ball-on nicht direkt getroffen werden, meist weil eine andere Kugel im Weg liegt, spricht man von einem Snooker.
Vereinzelt kommt es vor, dass bei einem Cueball am Rand einer Tasche die Bandenkante verhindert, dass der Cueball den Ball-on in gerader Linie trifft. In diesem Fall sagt man, der Cueball sei angled.
Das Versenken von zwei oder mehr roten Kugeln in einem Stoß ist erlaubt — der Spieler erhält dann pro zusätzlicher roter Kugel einen zusätzlichen Punkt. Ist der Spot einer farbigen Kugel besetzt, wird sie auf den freien Spot mit dem höchsten Wert gelegt. Sind alle Spots besetzt, muss die Kugel so nah wie möglich an ihrem eigenen Spot abgelegt werden, auf der Linie in der Mitte des Tisches, so nah wie möglich an der Top Cushion. Müssen mehrere farbige Kugeln zurückgelegt werden, hat die Kugel mit dem höchsten Wert Vorrang.
Wird ein Fehler gemacht, während nur noch die schwarze Kugel auf dem Tisch liegt, ist das Frame beendet. Der Gegner erhält sieben Strafpunkte; der Endstand entscheidet, wer das Frame gewinnt.
Bei Gleichstand am Ende eines Frames wird zur Entscheidung die schwarze Kugel zurückgelegt (Re-spotted Black) und der Cueball beliebig im D abgelegt. Per Münzwurf wird bestimmt, wer an der Reihe ist; dieser Spieler darf wählen, ob er selbst spielt oder seinen Gegner spielen lässt. Wer die schwarze Kugel zuerst versenkt, gewinnt das Frame. Bei einem Fehler (den Cueball versenken oder die schwarze Kugel nicht treffen) gewinnt der Gegner.

Fehler

  • Den Cueball versenken (in eine Tasche oder gar vom Tisch) oder ihn über eine Kugel „springen“ lassen, wenn diese Kugel für einen Snooker sorgt (also im Weg liegt). Ein versenkter Cueball wird vom Gegner beliebig im D abgelegt. Von dort darf er zu jeder Seite des Tisches spielen.
  • Keine Kugel oder als erste eine falsche Kugel treffen.
  • Die falsche Kugel versenken.
  • Eine andere Kugel als den Cueball berühren oder den Cueball mit etwas anderem als der Pomeranze des Queues berühren.
  • Die gleichzeitige Berührung von Pomeranze, Cueball und Ball-on. Es darf also nicht „durchgestoßen“ werden, wenn Cueball und Ball-on sehr dicht beieinander liegen. Berühren sie einander, wird Touching Ball angezeigt und der Spieler muss von der Kugel wegspielen. Dabei darf er ebenfalls keine Kugel treffen, die nicht on ist.
  • Beim Ausführen eines Stoßes nicht mit mindestens einem Fuß den Boden berühren.
  • Spielen, solange noch nicht alle Kugeln auf dem Tisch liegen (etwa wenn eine farbige Kugel noch nicht zurückgelegt wurde) oder noch nicht alle Kugeln zum Stillstand gekommen sind.

Fehler werden mit Strafpunkten geahndet; diese werden nicht vom Punktestand des Spielers abgezogen, sondern dem Gegner gutgeschrieben. Die Anzahl der Strafpunkte entspricht immer dem Wert der wertvollsten an dem Fehler beteiligten Kugel (dem Ball-on, einer zu Unrecht versenkten oder als erste getroffenen Kugel …), beträgt aber immer mindestens 4 Punkte.
Auf eine rote Kugel zu spielen und nichts zu treffen, ergibt also 4 Strafpunkte; wird die schwarze Kugel statt einer anderen getroffen, sind es 7 Strafpunkte. Werden in einem Stoß mehrere Fehler gemacht, zählt der Fehler mit den meisten Strafpunkten.
Bei einem Fehler verfallen auch die Punkte, die bei diesem Stoß bereits erzielt wurden. Wird zum Beispiel eine rote Kugel korrekt versenkt, rollt aber auch der Cueball hinein, erhält der Spieler keine Punkte, sondern nur der Gegner Strafpunkte. Die Punkte aus früheren Stößen des Breaks verfallen selbstverständlich nicht. Hat der Spieler etwa schon 10 Punkte in seinem Break erzielt und macht beim nächsten Stoß einen Fehler, so behält er die 10 Punkte und sein Gegner erhält die Strafpunkte des Fehlers.
Nach dem Fehler ist der Gegner an der Reihe, er kann seinen Stoß aber an den Spieler zurückgeben, der den Fehler gemacht hat. In diesem Fall muss dieser „noch einmal“ spielen, die Kugeln werden aber nicht an die Stelle zurückgelegt, an der sie vor dem Fehler lagen. In der Praxis geschieht das nur, wenn nach einem Fehler keine gute Gelegenheit für den Gegner entstanden ist. Ein eventueller Free Ball (siehe unten) verfällt, wenn der Stoß zurückgegeben wird.

Free Ball

Liegen die Kugeln nach einem Fehler des Spielers so, dass der Begriff Snooker zutrifft (der Ball-on kann auf beiden Seiten nicht direkt getroffen werden, weil eine oder mehrere andere Kugeln dazwischenliegen), wird ein Free Ball zugesprochen. Der Gegner darf dann jede beliebige andere Kugel als Ball-on „nominieren“. Diese Kugel hat dann auch den Wert des Ball-on, unabhängig von ihrem sonstigen Wert. Ist die gewählte Kugel eine farbige Kugel, wird sie nach dem Versenken zurückgelegt.
Wird der Free Ball für eine rote Kugel zugesprochen (musste der Spieler also eigentlich auf eine rote Kugel spielen),
so darf der Spieler nach dem Versenken des Free Ball auf eine farbige Kugel spielen, auch wenn als Free Ball eine farbige Kugel gewählt wurde.

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