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Dokumentation

Ein Tisch mit einer Seele

How an antique billiard table gets a second life and keeps the Belgian café and billiard culture alive
25. Dezember 2025 durch
GePe Biljarts

HEIST-OP-DEN-BERG/KAPELLEN — In einer bemerkenswerten und herzerwärmenden Geste hat die Familie Michiels einen geliebten Karambolage-Billardtisch kostenlos an ein Billardcafé in Kapellen abgegeben. Aus dem Wunsch heraus, ein unschätzbares Familienstück vor dem Wertstoffhof zu bewahren und den Sport am Leben zu halten, übernahm die Familie ein Drittel der Umzugskosten selbst. GePe Biljarts hat diese besondere Übergabe begleitet — eine Geschichte von Erbe, Leidenschaft und Zufall.

Die Geschichte beginnt im Café 't Pleintje, einem historischen Volkscafé in Heist-op-den-Berg, das 1935 von den Urgroßeltern von Roel gegründet wurde. Nach dem Zweiten Weltkrieg übernahmen deren Tochter Madeleine und ihr Mann Charel Michiels das Lokal und führten es mit ihren vier Kindern, darunter der Sohn Paul Michiels, besser bekannt als „Polle Pap“ von der Gruppe Soulsister. Der Billardtisch, ein Exemplar des angesehenen Brüsseler Herstellers Horemans-Billards Van de Kerckhove, spielte eine zentrale Rolle in der Familiengeschichte. Das 1893 vom dreifachen Weltmeister Edouard Horemans gegründete Unternehmen fertigte Billardtische von ausgezeichneter Qualität; der Tisch stammt wahrscheinlich aus der Zeit zwischen den späten 1920er- und den 1960er-Jahren. 1965 gründete Roels Großvater, Charel Michiels, im Café den Billardclub „Krijt op Tijd“, mit Jos Claes als Vorsitzendem. Die zwei Tische dienten sowohl dem Sport als auch der Gemeinschaft.

„Mit Holzdeckeln dienten sie als Tische für Beerdigungskaffees und wurden sogar für eine fröhliche Partie Tischtennis genutzt.“

„Diese Tische waren mehr als nur Sportgerät“, erzählt Roel Michiels. „Mit Holzdeckeln dienten sie als Tische für Beerdigungskaffees und wurden sogar für eine fröhliche Partie Tischtennis genutzt. Mein Großvater brachte meinem Cousin Yves Janssens, der das Familiencafé bis heute führt, und mir an so einem Tisch die ersten Stöße bei — das hat eine bleibende Verbundenheit geschaffen.“

Nach der Auflösung des Clubs in den siebziger Jahren wanderte einer der Tische in den Keller von Roels Großvater, der andere blieb im Café zurück. 1991 beanspruchte Roels Vater den im Café verbliebenen Tisch und brachte ihn auf den Dachboden ihres neuen Hauses, wo Roel mit 14 Jahren seine Leidenschaft für den Sport weiterentwickelte.

Eine Aufnahme der Wettkampftische im Starrenhof

Die Suche nach einem neuen, liebevollen Zuhause für den Billardtisch war eine Kette unerwarteter Ereignisse. Roels Vater hörte im historischen Café De Pellikaan in Ostende von „De KroegTijgers“, einer Organisation, die sich für den Erhalt der belgischen Cafékultur einsetzt. Über einen Facebook-Beitrag von „De KroegTijgers“ kam der Kontakt zum Café Starrenhof in Kapellen zustande. Mit vier modernen Wettkampftischen und zwei aktiven Billardclubs — darunter BC Kapelse und Starrenhofsenioren — erwies sich der Starrenhof als das perfekte Ziel.

„Ich bin stolz, dass ich dazu beitragen durfte, ein so wichtiges Stück Erbe weiterzugeben.“

GePe Biljarts spielte bei diesem Übergang eine entscheidende Rolle. „Als ich hörte, warum die Familie diesen wunderbaren Tisch verschenken wollte, wusste ich, dass es hier um mehr ging als um einen Umzug“, sagt Gert, der Inhaber von GePe Biljarts. „Meine Arbeit drehte sich um den Erhalt der Geschichte und des ideellen Wertes dieses Familienstücks. Ich bin stolz, dass ich dazu beitragen durfte, ein so wichtiges Stück Erbe weiterzugeben.“

Der Billardtisch hat auf seiner Reise von Heist nach Kapellen seine Seele behalten. Er ist heute ein lebendiger Beweis dafür, dass Tradition fortbestehen und sich in einer sich wandelnden Kultur anpassen kann — und ein Beispiel dafür, wie die Leidenschaft Einzelner, verbunden mit dem richtigen fachlichen Partner, die Zukunft eines Sports sichern kann.

Der Billardtisch der Familie Michiels in seinem neuen Zuhause

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