Wenn Sie sich einen gebrauchten Billardtisch ansehen, schauen Sie wahrscheinlich zuerst auf das Möbel. Auf das Holz, die Beine, ob es schön dasteht. Das ist verständlich, denn das sehen Sie. Aber dort fällt die Entscheidung nicht.
Die Entscheidung fällt unter dem Tuch.
Warum die Spielfläche alles bestimmt
Die Spielfläche ist mit Abstand der wichtigste Teil eines Billardtisches, und zugleich der teuerste im Ersatz. Bei einem gebrauchten Tisch kostet eine neue Spielfläche schnell mehr, als Sie für den ganzen Tisch bezahlt haben. Ein schönes Möbel mit einer schlechten Spielfläche ist also kein Schnäppchen — das ist ein Problem mit einer Furnierschicht.
Das Erste, was ich tue, wenn ich vor einem Tisch stehe, ist fühlen und klopfen. Ist es Schiefer, oder ist es Plattenmaterial? Bei älteren Modellen begegnet man manchmal einem anderen harten Naturstein, und das ist in Ordnung. Steht aber Holz oder MDF unter dem Tuch, dann lohnt sich ein Gebrauchtkauf selten: neu ist das Material schon billig, es hat sich fast immer schon etwas gesetzt oder verzogen durch Feuchtigkeit und die Spannung des Tuchs, und es dämpft Schwingungen kaum. Bespielbar zum reinen Vergnügen, aber nicht für wer ernsthaft spielen will.
Wie dick sollte die Schieferplatte sein?
Das hängt vom Spiel ab. Ein Pooltisch im Cafémodell, mit der Ballrückgabe darunter, hat meist etwa 2 cm Schieferplatte; Turniermodelle 2,5 cm oder dicker. Bei Snooker sind 4 cm das Minimum, bei Karambolage ebenfalls. Golfbillard liegt bei 2 cm oder bei 4 bis 5 cm — und gerade bei dieser dünnen Variante lohnt es sich, auch das Maß nachzumessen, denn diese Tische haben längst nicht immer Turniermaß. Spielen Sie im Verein, dann üben Sie auf so einem Tisch nicht das, was Sie im Wettkampf antreffen.
Fragen Sie auch, aus wie vielen Teilen die Schieferplatte besteht. Mehrere Teile sind kein Mangel, im Gegenteil: eine große, einteilige Platte sackt unter ihrem eigenen Gewicht leichter durch und ist kaum zu bewegen. Die Faustregel, die ich anwende: ein Cafémodell mit 2-cm-Schieferplatte hat ein Teil, ein 9-ft-Poolbillardtisch oder Snooker drei, ein 12-ft-Snookertisch fünf, Golfbillard eins und Karambolage drei.
Worauf sich die Leute meistens verschauen
Zwei Dinge werden fast immer falsch eingeschätzt.
Das erste sind die Banden. Die Leute suchen nach Rissen oder bröckeligem Gummi, aber das können Sie überhaupt nicht sehen: Es liegt Tuch darüber. Was Sie tun können, ist mit dem Daumen in die Bande zu drücken. Fühlt es sich hart an, oder ist es im Gegenteil sehr weich und kommt es langsam in seine Form zurück, dann sind sie durch. Und der beste Test bleibt einfach Spielen: Fragen Sie, ob Sie ein paar Bälle stoßen dürfen, und schauen Sie, wie sie von der Bande zurückkommen. Das sagt Ihnen mehr als jede Inspektion. Verschlissene Banden sind übrigens kein Grund abzuspringen — das lässt sich lösen. Rechnen Sie die Kosten nur in Ihr Angebot ein.
Das zweite ist das Gewicht. Bei einem 9-ft-Poolbillardtisch besteht die Spielfläche meist aus drei Schieferplatten von je etwa 90 bis 105 kg. Zusammen also 275 bis 315 kg, und da zählt das Untergestell noch nicht mit. Ein vollständiger 12-ft-Snookertisch wiegt etwa 1.300 kg inklusive Möbel. Muss der Tisch in ein Obergeschoss und gibt es keinen Aufzug oder Kran, dann ist das etwas, das Sie vor dem Kauf klären sollten, nicht danach.
Und was ist mit Holzwurm?
Kleine runde Löcher im Holz, manchmal mit etwas feinem Bohrmehl darunter. Lästig, aber behandelbar. Es drückt zwar den Wert und kann bei der Montage Mehrarbeit bedeuten, also rechnen Sie das in Ihr Angebot ein. Aber ist dies wirklich der Tisch, den Sie wollen, lassen Sie sich davon nicht aufhalten.
Dasselbe gilt für Bierdeckel unter den Beinen. Bei einem Snookertisch ist das völlig normal und sagt nichts über die Qualität. Bei anderen Tischen, die meist Stellfüße haben, kann es aber auf ein gebrochenes oder fehlendes Bein hindeuten.
Ich habe es auf eine Liste gesetzt
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Schicken Sie mir die ChecklisteUnd sind Sie unsicher bei einem Tisch, den Sie gesehen haben? Schicken Sie mir ruhig ein paar Fotos und die Marke. Kenne ich das Modell, weiß ich meist gleich, ob es sich lohnt. Das kostet Sie nichts, und es erspart Ihnen womöglich einen teuren Fehlgriff.